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Sonntag, 25. Oktober 2009

Beat City -Reprise-

Wir müssen leben, leben, leben. Schneller leben jetzt und hier.
Mein Herz schlägt nur minim zu schnell, mein Brustkorb ist zu klein dafür, droht zu explodieren. Es schlägt und schlägt.

„Bist du ok?“
„Es muss wohl so sein, mein Herz schlägt immer noch. Nur manchmal habe ich das Gefühl, es bleibt für einen kurzen Augenblick einfach stehen.“


Keiner bleibt stehen. Es ist nicht besser draussen rumzuziehen, sich im Grund zu verfangen, in einer Nacht. Wir sind müde, müssen trotzdem weiter ziehen. Die Nacht sie sollte niemals enden. Unsere Herzen schlagen zu schnell dafür. Wir alle stecken fest, in einem kleinen Leben, es sollte grösser sein als wir. Es ist es nicht wirklich, es stört nicht wirklich, eben nur etwas.

Inmitten der Dunkelheit, inmitten der Nacht, inmitten eines flüchtigen Moments. Ich weiss, das ist es.

Der Moment.

Wir tanzen durch die Nacht.
Wir lachen durch die Nacht.
Wir könnten sterben in dieser Nacht.
Wir wollen sterben in dieser Nacht.
Der Beat der Stadt.
Nur für den Moment.

Der Moment gegen das Dauerhafte. Letzteres ist nicht wirklich perfekt und jeder von uns fragt sich, „Das ist also mein Leben?“ Das Leben hat immer Dramen. Es gibt viel mehr Dramen als Komödien, selbst wenn wir dabei immer noch lachen. Lachen über die Träume, die wir einmal hatten und versuchen diese am Leben zu erhalten, Wiederzubeleben.

Wir leben unsere Flüchte.

Ein kurzer Ruck.

Wir schliessen nur einen kurzen Augenblick einfach unsere Augen. Fühlen uns frei und leicht.

Es schmerzt nicht mehr. Nicht mehr. Wir träumen.

Unsere Knochen, Sehnen, Zellen werden älter, wir ignorieren es, sind eben doch nur Kinder. Haben keine Zweifel mehr, suchen nicht mehr nach dem Sinn. Suchen nur noch den Moment.

Trinken, tanzen, leben, etwas Spass.

Die Sonne geht auf und alles ist irgendwie Leben oder leben. Schreibt man das mit einem kleinen oder grossen L am Anfang?

Zerstörungswut

Zerstörung, dazu muss man nicht wirklich aggressiv sein.
Zerstörung funktioniert von ganz alleine.
Zerstört einen selbst oder andere.
Verstört, gestört, zerstört.

Zerstörung, Wut, Aggression und jetzt Themenwechsel.

Zum Glück bin ich seit Neuestem ja angeblich ein so positiver Mensch, der hat auch immer einen guten Rat. Wenn doch alles so böse ist, du sowieso nur zum Verlieren geboren wurdest, ich kenne da einen guten Laden, der hat gerade stabile Stricke im Angebot. Ich kann den auch für dich einkaufen gehen, so nett bin ich eben.
Später dann hast du auch keinen Grund mehr zu heulen, musst mir auch nicht mehr erzählen, dass du kein Glück mit anderen Menschen hast, ein Teil deines Unglücks sich in meiner Existenz manifestiert, dein Leben keinen Sinn mehr macht, weil ich kein Teil davon sein will. Das nennt man Erpressung.

Zum Glück bin ich ein wirklich positiver Mensch.

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