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Dienstag, 3. November 2009

Kippschalter

An – aus - an – aus- an - flackern – Wackelkontakt

Ich bin ein einziges Sammelsurium von brüchigen Leitungen, manchmal warte ich nur auf den Kabelbrand. Vielleicht wird der aber auch nie passieren, weil ich in dieser Kulissenwelt lebe, nichts ist hier real. Das Drehbuch ist zwar etwas banal, aber es hat immer wieder Wendungen über die ich selber staune.

Ich befinde mich gerade in dieser Folge Arbeit und sie stammt nicht von dieser Welt. Mal ganz ehrlich, wer bezahlt schon jemanden, damit er nicht wirklich etwas macht. Ich meine, ich würde das schon, arbeiten, aber man gibt mir keine Arbeit, ich habe das auch schon reklamiert, aber da kommt nichts und so vertreibe ich meine Zeit im Internet. Das mache ich jetzt so seit mindestens zwölf Wochen und es stört keinen wirklich ausser mir.

Stört fast nicht, denn dann plötzlich kommt diese Störungen. Ich arbeite also an einem Projekt, werde dafür bezahlt, nur dass es dieses Projekt gibt, weiss scheinbar keiner ausser mir und den Menschen, die mich angestellt haben. Das Upper Management ist nur erstaunt, stellt seltsame Fragen, die ich nicht verstehe, das stand doch alles in meiner Evaluation.
Warum machen wir also dieses Projekt? Gute Frage, das frage ich mich auch. Mein Chef versucht mich noch zu beruhigen, dass ist normal, er versteht es auch nicht, was da nicht verstanden wurde, das ist eben so.

Es ist eben so, verwirrend und so beginne ich dann das Wochenende, hochgradig verwirrt. Das ganze endet dann mit einem DJ- Desaster und mit mir sehr betrunken. Dass ich das bin, merke ich nur etwas, so eben nebenher. Wach dann am nächsten Morgen auf, nicht neben sondern mittendrin. Das ist wirklich verwirrend.
Mein ganzes Bett gleicht einem Zahnpasta Massaker. Gut, ich habe mir immerhin noch die Zähne geputzt, nur wie es dabei auch geschafft habe, das Lacken, den Bettbezug mitzuputzen, darüber rätsele ich noch jetzt. Die Zahnbürste stand am Morgen danach immerhin im Bad.
Das Zahnpasta Massaker ist aber trotzdem ein bedrückender Anblick, man sieht es und es geht einem einfach schlecht. Das hält dann genau achtundvierzig Stunden an. Achtundvierzig Stunden in denen ich alles bereue und mir selber schwöre, ich gehe ins Exil oder besser ich sollte mich selber terminieren, das geht wirklich nicht so. Zum Terminieren komme ich aber nicht, ich muss ja bereuen und dabei apathisch abhängen bis es wieder Montag ist. Vorher schaffe ich es gerade eben mein Bett neu zu überziehen.

Das Exil dauert aber dann auch nur genau bis Dienstag, denn da ist ja schon wieder irgendwas. All die guten Vorwürfe verworfen und ich gehe wieder raus. Mein Zahnpasta Massaker erzeugt Lacher, ich höre Geschichten, die einfach schön sind, die man gerne hört und Dramen, die einfach traurig sind. Später bin ich selber nicht traurig, staune nur über mich selbst. Wie schnell die Phasen wechseln an- aus –an – aus, eben dieser Wackelkontakt.

Ich springe etwas weiter, weil das macht man wenn es wackelt und jetzt das. Vor ein paar Wochen hatte ich mit einem Kollegen diesen Tetris-Amoklauf Running Gag. „Wenn ich jemals einen Amoklauf starte, dann installiere ich zuerst Tetris als Bildschirm Hintergrund und bewerfe danach Menschen mit Backsteinen. Das wird den Psychologen zu denken geben.“
Das Ganze hat sich gesteigert, eben einer dieser Running Gags. Die Versuchsanstalt in der ich arbeite, ich wurde ausgewählt, ein Feldexperiment.
Phase eins, ich wurde nur angestellt, um mit massig Zeit zu denken, weil arbeiten, dass muss ich ja nicht. Phase zwei, plötzlich diese Umschläge immer nur mit ein Bild von Tetris, das mich verwirrt. Ich habe noch nicht einmal gross über diese Briefe nachgedacht, nur dann plötzlich dieses Packet. Vor einer Woche ist es angekommen, jemand hat mir einen Backstein geschickt. Meine Kollege hat mir danach gratuliert, du bist jetzt in Phase drei, bis hierhin hat es noch niemand geschafft.

Phase an und aus und an und aus und an. Ich kann noch nicht einmal mehr sagen ob es gute oder schlechte Phasen sind. Wahrscheinlich existieren sie noch nicht einmal wirklich, ich selber bin ein Konstrukt, anderes kann ich mir das alles nicht mehr erklären.
meliterature - 4. Nov, 20:10

hihi Zahnpasta Massaker. und da liegt wer mit offenem, sabbernden mund, im wonnegefühl badend wie homer simpson [niedlich, nicht realistisch verzerrt] auf dem bett. seit der letzten woche habe ich auch ein paar massaker hinter mir: käse massaker, cola massaker, pizza massaker. tja und schon hab ich der welt meinen speiseplan offen gelegt.

backsteine per post zu verschicken muss verdammt teuer sein.

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