Das Drehbuch ist unzulänglich. Statisten werden für ihre Auftritte unterbezahlt. Die Kamera stoppt niemals, selbst wenn in ihr kein Film eingelegt ist, bemerkt man es nicht wirklich.
„Lächele Baby, lächele.“ Die Splatterszenen kommen später.
Beim Splattern muss noch nicht einmal das Blut im Vordergrund stehen. Exzessive Gewalt sie geht auch anderes, beginnt ganz leise im Kopf und breitet sich von dort aus.
„Lächele Baby, lächele.“
Die positive Einstellung, wir müssen die Kamera in Szene rücken. Die positive Einstellung, vielleicht nichts Anderes als das Negative einfach anzuziehen. Wie so ein Magnet eben, der falsch gepolt ist. Ein grundlegendes Phänomen gegen das man nicht wirklich rebellieren kann, die Natur der Dinge lässt sich selten ändern. Da kann man schreien wie man will, da kann meckern, da kann man schweigen oder einfach nur noch zusehen, schweigend hinter der Kamera stehen.
Alles läuft vorbei, Szenen, Momente, sie sind oft sogar ganz hübsch anzusehen. Nur die Macht die Einstellung, wenn es dann doch nicht passt, erneut zu drehen, sie fehlt. Akteure sind niemals der Regisseur, manchmal vielleicht noch gute Schauspieler oder solche von denen man es eben glaubt.
Die Bilder verziehen sich. Das was man nach aussen sieht, das ist nicht wirklich. Es ist eine Projektion, die noch nicht einmal mehr einen Schatten hat. Im Dunklen erkennt man keinen Schatten.
Schattentiere mit verrückten Silhouetten, bei denen jeder etwas anderes sieht. Sie sind hübsch anzusehen, nur bezweifle ich, dass jemals jemand einen Schatten hat lachen hören.
Deka Dent - 6. Nov, 23:39
An – aus - an – aus- an - flackern – Wackelkontakt
Ich bin ein einziges Sammelsurium von brüchigen Leitungen, manchmal warte ich nur auf den Kabelbrand. Vielleicht wird der aber auch nie passieren, weil ich in dieser Kulissenwelt lebe, nichts ist hier real. Das Drehbuch ist zwar etwas banal, aber es hat immer wieder Wendungen über die ich selber staune.
Ich befinde mich gerade in dieser Folge Arbeit und sie stammt nicht von dieser Welt. Mal ganz ehrlich, wer bezahlt schon jemanden, damit er nicht wirklich etwas macht. Ich meine, ich würde das schon, arbeiten, aber man gibt mir keine Arbeit, ich habe das auch schon reklamiert, aber da kommt nichts und so vertreibe ich meine Zeit im Internet. Das mache ich jetzt so seit mindestens zwölf Wochen und es stört keinen wirklich ausser mir.
Stört fast nicht, denn dann plötzlich kommt diese Störungen. Ich arbeite also an einem Projekt, werde dafür bezahlt, nur dass es dieses Projekt gibt, weiss scheinbar keiner ausser mir und den Menschen, die mich angestellt haben. Das Upper Management ist nur erstaunt, stellt seltsame Fragen, die ich nicht verstehe, das stand doch alles in meiner Evaluation.
Warum machen wir also dieses Projekt? Gute Frage, das frage ich mich auch. Mein Chef versucht mich noch zu beruhigen, dass ist normal, er versteht es auch nicht, was da nicht verstanden wurde, das ist eben so.
Es ist eben so, verwirrend und so beginne ich dann das Wochenende, hochgradig verwirrt. Das ganze endet dann mit einem DJ- Desaster und mit mir sehr betrunken. Dass ich das bin, merke ich nur etwas, so eben nebenher. Wach dann am nächsten Morgen auf, nicht neben sondern mittendrin. Das ist wirklich verwirrend.
Mein ganzes Bett gleicht einem Zahnpasta Massaker. Gut, ich habe mir immerhin noch die Zähne geputzt, nur wie es dabei auch geschafft habe, das Lacken, den Bettbezug mitzuputzen, darüber rätsele ich noch jetzt. Die Zahnbürste stand am Morgen danach immerhin im Bad.
Das Zahnpasta Massaker ist aber trotzdem ein bedrückender Anblick, man sieht es und es geht einem einfach schlecht. Das hält dann genau achtundvierzig Stunden an. Achtundvierzig Stunden in denen ich alles bereue und mir selber schwöre, ich gehe ins Exil oder besser ich sollte mich selber terminieren, das geht wirklich nicht so. Zum Terminieren komme ich aber nicht, ich muss ja bereuen und dabei apathisch abhängen bis es wieder Montag ist. Vorher schaffe ich es gerade eben mein Bett neu zu überziehen.
Das Exil dauert aber dann auch nur genau bis Dienstag, denn da ist ja schon wieder irgendwas. All die guten Vorwürfe verworfen und ich gehe wieder raus. Mein Zahnpasta Massaker erzeugt Lacher, ich höre Geschichten, die einfach schön sind, die man gerne hört und Dramen, die einfach traurig sind. Später bin ich selber nicht traurig, staune nur über mich selbst. Wie schnell die Phasen wechseln an- aus –an – aus, eben dieser Wackelkontakt.
Ich springe etwas weiter, weil das macht man wenn es wackelt und jetzt das. Vor ein paar Wochen hatte ich mit einem Kollegen diesen Tetris-Amoklauf Running Gag. „Wenn ich jemals einen Amoklauf starte, dann installiere ich zuerst Tetris als Bildschirm Hintergrund und bewerfe danach Menschen mit Backsteinen. Das wird den Psychologen zu denken geben.“
Das Ganze hat sich gesteigert, eben einer dieser Running Gags. Die Versuchsanstalt in der ich arbeite, ich wurde ausgewählt, ein Feldexperiment.
Phase eins, ich wurde nur angestellt, um mit massig Zeit zu denken, weil arbeiten, dass muss ich ja nicht. Phase zwei, plötzlich diese Umschläge immer nur mit ein Bild von Tetris, das mich verwirrt. Ich habe noch nicht einmal gross über diese Briefe nachgedacht, nur dann plötzlich dieses Packet. Vor einer Woche ist es angekommen, jemand hat mir einen Backstein geschickt. Meine Kollege hat mir danach gratuliert, du bist jetzt in Phase drei, bis hierhin hat es noch niemand geschafft.
Phase an und aus und an und aus und an. Ich kann noch nicht einmal mehr sagen ob es gute oder schlechte Phasen sind. Wahrscheinlich existieren sie noch nicht einmal wirklich, ich selber bin ein Konstrukt, anderes kann ich mir das alles nicht mehr erklären.
Deka Dent - 3. Nov, 22:04
Manche Tage sind schlimmer als andere.
Ich wache auf und weiss, ich will das nicht wirklich. Will eigentlich nur liegen bleiben, nicht aufstehen oder besser überhaupt nicht mehr aufwachen. Vegetiere irgendwo zwischen dem Wachsein und dem Schlafen in einem Nichtzustand. ZOMBIE.
Zombie kannst du dich an den Schraubenzieher erinnern?
Zombie, du weisst der funktioniert nicht mit dem Platinhelm, den du aufhast.
Eine Art Wahnsinn aus dem Inneren, die sich aus dem Blut ausbreitet. Da muss man nicht irgendwann gebissen worden sein, man kann sich selber damit infizieren. Der Köper durchseucht und mit jedem Herzschlag pulsierend durch das Gehirn eine weitere Runde dreht. 120 beats per minute. Nur etwas schneller, es wäre nicht mehr zu ertragen. 120 beats per minute. Nicht mehr, nicht weniger.
Mein Herz schlägt weiter, selbst wenn ich es in diesem Moment selber nicht mehr fühle. [Zombie was erwartest du von einem Nichtleben? Leben?] Fühle eigentlich gar nichts, nur diese Leere. Wahrscheinlich gibt es noch nicht einmal wirklich etwas mit der man sie füllen kann, selbst wenn man es sich immer wieder einredet. Immer wieder etwas findet, das einen so lange aufbläht, bis es dann platzt und erneut das System verseucht. Es durchlöchert. Man diesen grauen Faden auspackt, das Silber hat man bereits verbraucht. Der Graue muss also zum Flicken herhalten, nur irgendwann kann man nichts mehr Stopfen, weil es einfach nur noch ein Loch neben den anderem andern ist. Zu viele Löcher, die noch nicht einmal ausreichen um ein Netz zu imitieren, mit dem man etwas fangen kann. Verfangen tut man sich nur selber.
Fast wie ein Gedankennetz mit Harken, das sich in das Denken bohrt, damit etwas auslöst. Grosse Worte aus der Leere, Lochwörter, auf die niemals Taten folgen, da sie eben nur Gedankenworte sind. Hintergrundrauschen. Lärm. Ruhestörung. Wiederholende Phrasen. Gebrochener Menschautomat, der weiter funktioniert.
Heute verstummt mein Gehirn etwas, als ob es einen kleinen Tot für sich selber nimmt. Solange bis der Zombie wieder aufwacht. Niemals seinen Frieden findet, selbst wenn er darüber nachdenkt.
Das alles verwirrt mich schrecklich.
Deka Dent - 2. Nov, 23:15
Worüber schreibt man, denkt man in diesen Tagen. Irgendwie sind es immer diese Tage. Diese oder jene. Tage, die kommen, die gehen, die man vergisst. Fast alles bis auf die kleinen Momente, die sich in die Erinnerung brennen. So wie gestern, am Montag hatte ich ein seltsames Erlebnis, an dieses erinnere ich mich ganz genau, nicht an mehr, aber die Woche ist auch noch nicht so alt.
Der Montag war seltsam, die Zeitumstellung. Plötzlich geht man aus dem Haus und es wieder hell. Ich wollte das nicht, das klingt seltsam, denn sicher der Gedanke eine Stunde länger zu schlafen ist immer verlockend, nur manchmal lohnt so eine Stunde nicht wirklich, denn alles ist anderes als zuvor. Alles hell am frühen Morgen, dabei hat es mir gefallen in der Tram zu sitzen, langsam meinen Weg zu machen und dann plötzlich auch halber Strecke zu sehen, der Morgen graut. Es hatte niemals etwas von Grauen, es waren einfach diese schönen Farben, die Wolken am Himmel, alles hat etwas tröstlich gewirkt hat, das macht die Welt sonst viel zu selten. Fast ein Moment für schöne Gedanken, ich darf dem Morgen helfen aufzuwachen.
Jetzt ist es morgens einfach nur hell, es deprimierend. Noch mehr der Abend, wenn man wieder nach Hause fährt. Es dämmert den ganzen Weg und wenn man dann ankommt, ist es einfach nur dunkel.
Eine Dämmerung, sie hat nicht wirklich den gleichen Charakter wie ein Morgengrauen. Nicht dann wenn man im falschen Moment gefangen ist, irgendwo in einer Tram auf dem Nachhauseweg von der Arbeit. Das ist nicht am Meer, nicht auf einem Balkon, nicht irgendwo, dass ist einfach nur zwischen Punkt A zu Punkt B rum fahren. Man könnte selbst im Kreis fahren, keine Gerade, es würde nichts ändern
Dämmerung klingt irgendwie auch nur halb so schön wie Grauen, selbst wenn es das nicht sollte. Grauen, das sollte doch viel morbider sein als eben so ein Dämmern, nur das ist es nicht wirklich.
Das Grauen am Morgen wird wieder kommen und die Zeit danach, wenn es morgens und abends nur noch dunkel ist. Der Kalender hängt sich immer wieder in sich selber auf und ich in ihm.
Ich weiss das Grauen wird wiederkommen, aber in der Dunkelheit erscheint es nicht wirklich so. Der Blick aus der Tram hin, dunkel, der andere Blick aus der Tram zurück, dunkel. Der Tag sieht einfach dunkel aus, existiert nicht wirklich.
Der Tag ist dann fast etwas wie ich.
Ich über Belangloses schreibend.
Deka Dent - 27. Okt, 22:37
Wir müssen leben, leben, leben. Schneller leben jetzt und hier.
Mein Herz schlägt nur minim zu schnell, mein Brustkorb ist zu klein dafür, droht zu explodieren. Es schlägt und schlägt.
„Bist du ok?“
„Es muss wohl so sein, mein Herz schlägt immer noch. Nur manchmal habe ich das Gefühl, es bleibt für einen kurzen Augenblick einfach stehen.“
Keiner bleibt stehen. Es ist nicht besser draussen rumzuziehen, sich im Grund zu verfangen, in einer Nacht. Wir sind müde, müssen trotzdem weiter ziehen. Die Nacht sie sollte niemals enden. Unsere Herzen schlagen zu schnell dafür. Wir alle stecken fest, in einem kleinen Leben, es sollte grösser sein als wir. Es ist es nicht wirklich, es stört nicht wirklich, eben nur etwas.
Inmitten der Dunkelheit, inmitten der Nacht, inmitten eines flüchtigen Moments. Ich weiss, das ist es.
Der Moment.
Wir tanzen durch die Nacht.
Wir lachen durch die Nacht.
Wir könnten sterben in dieser Nacht.
Wir wollen sterben in dieser Nacht.
Der Beat der Stadt.
Nur für den Moment.
Der Moment gegen das Dauerhafte. Letzteres ist nicht wirklich perfekt und jeder von uns fragt sich, „Das ist also mein Leben?“ Das Leben hat immer Dramen. Es gibt viel mehr Dramen als Komödien, selbst wenn wir dabei immer noch lachen. Lachen über die Träume, die wir einmal hatten und versuchen diese am Leben zu erhalten, Wiederzubeleben.
Wir leben unsere Flüchte.
Ein kurzer Ruck.
Wir schliessen nur einen kurzen Augenblick einfach unsere Augen. Fühlen uns frei und leicht.
Es schmerzt nicht mehr. Nicht mehr. Wir träumen.
Unsere Knochen, Sehnen, Zellen werden älter, wir ignorieren es, sind eben doch nur Kinder. Haben keine Zweifel mehr, suchen nicht mehr nach dem Sinn. Suchen nur noch den Moment.
Trinken, tanzen, leben, etwas Spass.
Die Sonne geht auf und alles ist irgendwie Leben oder leben. Schreibt man das mit einem kleinen oder grossen L am Anfang?
Deka Dent - 25. Okt, 19:04
Zerstörung, dazu muss man nicht wirklich aggressiv sein.
Zerstörung funktioniert von ganz alleine.
Zerstört einen selbst oder andere.
Verstört, gestört, zerstört.
Zerstörung, Wut, Aggression und jetzt Themenwechsel.
Zum Glück bin ich seit Neuestem ja angeblich ein so positiver Mensch, der hat auch immer einen guten Rat. Wenn doch alles so böse ist, du sowieso nur zum Verlieren geboren wurdest, ich kenne da einen guten Laden, der hat gerade stabile Stricke im Angebot. Ich kann den auch für dich einkaufen gehen, so nett bin ich eben.
Später dann hast du auch keinen Grund mehr zu heulen, musst mir auch nicht mehr erzählen, dass du kein Glück mit anderen Menschen hast, ein Teil deines Unglücks sich in meiner Existenz manifestiert, dein Leben keinen Sinn mehr macht, weil ich kein Teil davon sein will. Das nennt man Erpressung.
Zum Glück bin ich ein wirklich positiver Mensch.
Deka Dent - 25. Okt, 16:44
Neuer Tag, alter Tag, nur die Zeit dazwischen.
Dunkelheit bevor der neue Tag ergraut.
Dazwischen.
Zwischen den Welten, zwischen dem Leben, immer dazwischen und nie wirklich darin.
Gedankenwelt, mit tausend und einem Szenario.
Es ist eine düstere Welt in der alles zu einer Katastrophe, einem Drama mutiert.
Damit hat keiner gerechnet, wir wollten die schönen, lustigen Geschichte hören, nur die richtige Welt, sie hat diese Erzählungen nicht, ist eigentlich noch viel schlimmer.
Frage deine Freunde, fragt einen Chronisten, die können immer viel erzählen. Klingt alles unglaubwürdig, ist aber trotzdem passiert. HAHA.
Der Lacher erstickt im Rachen.
„What the fuck is wrong with this shit?”
Man könnte alles retten, könnte, aber es ist die Zeit nicht wert.
Deka Dent - 18. Okt, 02:57