Eine Dekade geht zu Ende und die Best-off Listen erobern die Welt.
Das ist erschreckend.
Erschreckend zu sehen, wir altern immer zu.
Damals vor ein paar Jahren, das waren wirklich gute Zeiten und das Lied, ja genau. Treffen mit den immerzu Freuden, schwelgen in dem was einmal war. Da war soviel. Geschichten, die oft so unglaublich sind, wir haben so viel gemacht und eine Stadt im Kleinem bewegt. Heute bewegen wir uns nur noch darinnen.
Treffen uns, gehen zu unserem Lieblingsplatz, trinken etwas um unsere schweren Herzen etwas leichter zu machen, alles wird leichter. Später ziehen dann alle ihre Agenden hervor, um das nächste Treffen zu organisieren, dann muss jeder gehen.
Die Zeit rennt.
Ich weiss nicht wann es passiert es, aber die Tage werden kälter.
Deka Dent - 21. Nov, 21:55
Der Herbst ist nur der dunkele Frühling.
Die Gedankenwelt stagniert, Montag bis Freitag von sieben bis fünf. Eine Kaltfront braut sich im Kopf zusammen, sie leidet zunehmend an einem Tourette Syndrom. Einfache motorische Tics mit einem panischen Kopf zur Tür wendend und einer Kropolalie. Letzteres fast schon ein literarisches Stilmittel, den Anderes beschreibt das alles nicht mehr.
Der klägliche helle Rest vom Tag, den Tagen, zieht sich wie ein zähes Kaugummi, das jeden Geschmack schon lange verloren hat. Es hätte noch nicht mal ganz frisch gemundet, wäre es einem angeboten wurden. Was es nicht ist.
Manchmal erscheint alles wie ein Film, in dem ich als Nebendarsteller herumwandele, nebenbei noch Regie führe. Dabei muss ich mich allerdings strikt an das verdammte Drehbuch halten, das nicht ein Quäntchen Professionalität, Originalität oder Substanz hat. Die Laiendarsteller darin machen das Ganze nicht besser. Nur die Nacht, die Dunkelheit, sie macht alles besser.
Deka Dent - 18. Nov, 21:16
Peter hat den Wolf nicht wirklich gefangen. Der Wolf war aber auch eigentlich kein Wolf, nur ein Schaf in einem Wolfpelz. Dieses Schaf hat sich nicht wider der Nahrungskette verhalten und einfach die Ente verschluckt. Das hat man nur Peter erzählt, um ihn zu beruhigen, denn eigentlich hat er der Ente den Hals umgedreht. Sie hat danach nicht mehr gequakt.
Deka Dent - 16. Nov, 20:44
Ironie. Das Nie in diesem Wort ist einziger Hohn. Wie gerne würde ich dieses komplette Wort aus meinem Wortsschatz löschen. Wie so vieles anderes, nur das Gedächtnis funktioniert eben nicht so. Selten ist es bereit zu versagen, denkt viel lieber.
For what?
Das Rennen geht weiter, selbst wenn man nirgends ankommt. Raus, raus, raus, raus. Dann ist man da und weiss auch nicht mehr ob es drinnen besser war. Die Musik ist scheisse und das Warten dauert an. Das hatte ich schon gestern und davor. Der frühste oder die späteste Möglichkeit ist erschreckend. Sie heisst immer nur warten.
Eigentlich mag ich nicht mehr warten. Nur selbst auf der Überholspur kommt man nicht voran. Stillstand. Es endet immer irgendwo im nirgendwo. Der pure Gedanken ans Leben, Überleben, das süsse Leben, erscheint manchmal bitter.
Zartbitter? Mochte ich noch nie, bin eben so ein Volltyp.
Deka Dent - 15. Nov, 00:27
Back home. 20 Stunden auf den Beinen, mindest 48 gefühlt.
Live Konzerte, von netten aber ruhigen Bands, die beschliessen nicht vor elf Uhr eher später danach anzufangen. Klimper, sing, klimper, das ganze sehr lange und sehr, sehr, sehr langsam. Das Publikum steht sich die Beine in den Bauch ohne jegliche Bewegung. Die Bands spielen trotzdem weiter, selbst wenn einer nach dem anderem geht.
Der Kaffee versagt. Hat er schon jemals funktioniert oder auch nur im Ansatz geschmeckt? Fühle mich ab gefühlte Stunde 46 trotzdem geneigt einen Espresso zu trinken, denn die frische Luft wirkt nicht mehr wirklich, da zählt es auch nicht mehr, dass ich Kaffee und Ähnliches eigentlich verabscheue. Nicht wirklich mögen, wie so manches anderes.
Eigentlich hasse ich dieses vorher, nachher Band DJ Ding. Es hat so etwas von lieber, böser Cop, der mit der dissoziativen Identitätsstörung. Die Multiple Persönlichkeit dezent am Anfang und dann vollkommen aufdrehen. Das aufdrehen gefällt natürlich Maniac, fast so gut wie der Beat. Würde auch alles fast funktionieren, wären da noch wirklich Leute, aber der Kaffee hat eben fast versagt. Die wenigen, ich will ja nie nach Hausegeher, tanzen, immerhin trotzdem.
Eigentlich ein guter Abend, auch nur fast etwas verstörend. So ein Gefühl aus sich selber. Bei 50% der Lieder schlägt mein eigenes Metronom viel schneller, behauptet die ganze Zeit, dass alles ist so langsam. Keiner ausser mir scheint dies aber zu merken. Das ist etwas irritierend, aber dann ist auch schon wieder alles zu Ende, bevor man darüber wirklich nachdenken kann.
Betriebbewilligung nur bis um 2h morgens. Eigentlich ein Geschenk, ganz ohne diese kritischen Stunde, die sich irgendwann zwischen drei und vier einfach nur zieht. Nur jetzt so mitten zwischen Nacht und Tag ist seltsam, ich bin nicht mehr müde.
Deka Dent - 14. Nov, 03:16
Der Stilbruch ist der Untergang, der Untergang ist der Stil.
Etwas neben mir, erscheint aber nur etwas. Fast so als ob ich immerhin noch in mir drin bin, falls dies geht, so ausserhalb der Phase rotierend. Durch die Gegend rennend. Ohne Ruhe immer weiter, selbst wenn da keine Idee ist, wo man landet.
Sehnsucht nach der Zukunft? Ich bin wohl schon drüber weg, gehe trotzdem weiter. Ändere immer noch spontan die Pläne, die sowieso nie vorhanden waren.
Spontane Änderungen, spontanes Auflegen als Ersatz, zu verbuchen unter der Position gewinnbringendes Ausgehen. Eigentlich tödlich müde, aber schlafen, wer braucht schon Schlaf? Die Ruhe findet sich sowieso nicht, da braucht es auch keinen ruhigen Abend. Der Beat lässt niemals locker, auf das der ganze Laden schreit.
Langsam zu Grunde gehen, dabei rennen. Nach der Manie kommt immer der Abfall, wenn man nicht schon ein Teil davon ist. Vielleicht hilft ein Komposthaufen, nur ich befürchte, dass ich nicht wirklich biologisch abbaubar bin.
Nicht mehr an Boden sondern schon tief darinnen. Mittendrin eben doch.
Deka Dent - 13. Nov, 20:52
Manchmal erscheint alles so klein und manchmal so gross. So gross, dass es einen erschreckt.
Grosse und kleine Tage, mal schwerer mal leichter. Unmöglich darin zu definieren, was ein Tag machen sollte. Manchmal übersteht man ihn einfach, vegetiert in der dunklen Graupalette.
Der Winter oder war es doch nur der Herbst? Ich habe die Jahreszeiten verloren. Wahrscheinlich ist es auch egal, ob es jetzt Sommer oder Frühling ist. Es ändert nichts wirklich.
Die Dunkelheit ist immer präsent und dann spricht mein Freund das Maniac zu mir. Maniac ist immer beschäftigt. Findet keine Ruhe, keinen Schlaf, keinen Frieden.
Wir schauen und kurz an, die einfachen Dinge eines Tages verlieren sich. Maniac ein potentieller Serienkiller, selbst wenn er immer nur das gleiche tötet und in diesem Versuch zu manisch ist, um eine gerade Spur zu ziehen.
Nicht alle können eben einfach professionelle Killer sein, zumindest nicht an manchen Tagen.
Deka Dent - 12. Nov, 22:40
Die lästigen Mahnungen eines Gewissen. Da sind diese unzähligen Tage im Leben, an denen ich gerne auf den Luxus eines Bewusstseins verzichten kann.
Keine Verantwortung
Keine Zweifel
Keine Enttäuschung
Keine Angst
Freiheit
Hypothetischen Gedanken, sie helfen nie weiter.
Deka Dent - 10. Nov, 20:54